DIE DRITTE KAMMER - TRANSFORMER (Kassel 1999)


Die Bank der idealen Gärtner

Wie auch schon in das "Haus der idealen Gärtner", ist in die "Bank der idealen Gärtner" eine systemische Formgebung - eine rituelle Vierteilung eingelassen, die das Phänomen "Bank" über seine reine Funktion hinaushebt und einem übergeordneten Prinzip einverleibt. Auch hier finden wir die Querschnittsform des Hauses wieder - jedoch in verzerrter, gedehnter Ausführung. Die vier Farbfelder, die im Storyboard zum Haus eingehend erläutert werden, finden sich in der Bank als Ornament wieder, ohne farbig gefaßt zu sein. Sie bilden hier ein formales Gerüst, das nicht das Haus in seiner äußeren Erscheinung widerspiegelt, sondern dessen analytisch-reflexive Konstruktion. Nimmt man die Bewegung des Dehnens wortwörtlich, so wird der Schnitt durch das virtuelle Haus solange gezogen und gesenkt, bis es in der Realität als Sitzgelegenheit erscheinen kann. Ganz im Gegensatz zum imaginären Haus, dessen Verwirklichung nicht angestrebt wird und das nur als malerisches Konstrukt existieren soll, verheißt der Aufbau der Bank eine gewisse Stabilität, die aus der Einfachheit der schematischen Formen resultiert. Der so um eine Variante erweiterte Spiegelungseffekt zwischen "Bank und Haus der idealen Gärtner" quer über den See des "Falster Versuchsgeländes" verweist auf das immanente utopische Sprechen der "idealen Gärtner".