DIE DRITTE KAMMER - INTANGIBLE ASSETS (Sindelfingen 2000)


Das Bild ist ein Modell

Das kontinuierliche Abschreiten einer Achse zwischen zwei scheinbar weit auseinanderliegenden Polen erscheint als Ausweg aus dem Dilemma der ideologischen Festlegung auf das Prinzip "Ergebnis" oder das Prinzip "Prozess". Ein Werk aufzubauen, dessen einzelne Teile autonome Ergebnisse verschiedener Entwicklungsschritte sind, bildet den einen Polpunkt der Achse. Die Prozesse, die der Entwicklungsgeschichte der Bilder zugrundeliegen und sie zu Bindegliedern in deren Verlauf werden lassen, bilden den anderen. So erweitern sich die Bildfunktionen von ihrer rein autonomen Bedeutung zu einer angewandten, die vielfältig interpretierbar wird. Die Flexibilität, die diesem Prinzipienwechsel eignet, erscheint erforderlich angesichts der Enge, die eine Festlegung auf Kategorien wie "Salonmalerei" oder "Kontextkunst" mit sich bringt. Keiner dieser Begriffe wird dem gerecht, was eine Malerei leisten kann, deren autonome Darstellungsformen durch kontextuelle Bezüge in eine historisch neue bildnerische Kategorie überführt werden. WIr nennen sie "Transitorische Malerei".

(Abbildung: Die Dritte Kammer - Intangible Assets (Turm),
2000, 150 x 100 cm, 3-D-Grafik, Computerausdruck auf satiniertem Papier)