Bittermann & Duka, Berlin, b&k+b, Köln

VON DER GRÜNDUNG DER AKADEMIE


Der Vorschlag

Mit gestalterischen Mitteln allein ist diesem Megaschnitt nicht beizukommen - dazu geht er zu tief. Die Stadt Sindelfingen und das Werk Daimler Chrysler sind zu lange miteinander verstrickt, als daß an der Schnittstelle zwischen ihren beiden Interessensgebieten eine einfache saubere architektonische Lösung mit ein bißchen Kunst am Bau das Ziel sein könnte. Es geht nicht um eine brauchbare Fassade für das ungeliebte Niemandsland zwischen Stadt und Werk, um praktische, funktionale Lösungen, die wenig kosten und die Situation im Kern unverändert lassen.

Darum schlagen die teilnehmenden Architekten und Künstler ein Spiel vor. Dieses Spiel hat die Funktion, zu einer unerwarteten Form von "Bahnhof" - der hier nur ein Synonym für die ganze Baufläche = Schnittstelle darstellt - zu führen. In diesem Spielprozess könnten derzeitige, aufgrund von mangelnder Kommunikation begrenzte Lösungsvorstellungen überstiegen werden und in weit befriedigendere Formen münden als das im Augenblick möglich scheint. Sie könnten am Ende natürlich auch den Wunsch nach der konventionellsten Lösung hervorbringen - dann ist aber wenigstens diese Idee durch einen spielerischen Entscheindungsprozess gelaufen, an der die Öffentlichkeit ihren Anteil und vielleicht auch ihren Spaß hatte.

Eigentlich stellte die erste Gesprächsrunde im Oktober 1999 schon den Beginn dessen dar, worum es letzendlich gehen müßte: die Entwicklung einer Gesprächskultur. Das Informationsgespräch wurde also zum Auslöser und zum Startpunkt für die "Gründung der Akademie". Alle Teilnehmer des Gespächs wurden in einer Liste versammelt und dadurch zu "Gründungsmitgliedern" erkoren.